Das Werden oder : die Geschichte unserer Schul-Sternwarte Wilhelmsdorf und des FAW
Die folgende Zusammenstellung richtet sich an diejenigen Besucher unserer Internetseiten, welche sich einen Überblick über dieses Thema verschaffen wollen. Die ursprüngliche Version war zu umfangreich geworden; deshalb findet man hier eine erheblich gekürzte Fassung. Wer sich dennoch mit
der ausführlicheren Fassung beschäftigen möchte,
kontaktiert bitte den FAW. Diese wird gerne zur Verfügung gestellt.
Resultierend aus Astronomie-Arbeits-Gemeinschaften bestand bereits Ende der 1970-er Jahre der Wunsch nach einer Schul-Sternwarte für das Gymnasium Wilhelmsdorf, ehe Anfang 1992 von der Schulleitung ein erster Anlauf in dieser Richtung unternommen wurde. Diese Planungen verliefen zwar im Sande, so richtig konkret wurde es dann aber nach den Großen Ferien 2003, als sich das Kollegium des Gymnasiums wie auch anderer Schulen in Wilhelmsdorf in einer Gesamt-Lehrerkonferenz für die Ganztagesbetreuung der Schüler entschlossen hatte. Nach einer konzentrierten Planungsphase in den einzelnen Fachbereichen wurde ein stimmiges Konzept noch im Herbst 2003 zur Genehmigung auf den politischen Entscheidungsweg gebracht. In diesem Konzept war nun auch eine Schul-Sternwarte enthalten, wobei die bekannte Firma „Baader-Planetarium“ beratend zur Seite stand.
In der großen Pause nach den Weihnachtsferien teilte der Bürgermeister von Wilhelmsdorf am 8.1.2004 dem versammelten Kollegium mit, daß alle geplanten schulischen Vorhaben der beteiligten Schulen in Wilhelmsdorf bewilligt worden seien, und ausdrücklich nannte er auch die Bewilligung einer Schul-Sternwarte. In den folgenden Monaten mußten viele Entscheidungen gefällt werden, an denen die Schulleitung, der Bürgermeister, der Ortsbaumeister, der Gemeinderat, der Architekt, die Firma „Baader-Planetarium“ und eine Reihe weiterer Personen beteiligt waren. Am 24.11.2004 konnten zwei Kollegen dann nach Mammendorf (in der Nähe von München) fahren, um mit Herrn Thomas Baader von der Firma „Baader-Planetarium“ die Feinabstimmung vorzunehmen. Endgültig wurde festgelegt, daß die Schul-Sternwarte aus einer 3,2-m-Kuppel und einem Refraktor ZEISS APQ 130 / 1000 Fluorit Triplett Apochromat mit diversen Zusatzeinrichtungen bestehen soll. - Als astronomisch optimaler Standort für die 3,2-m-Kuppel war zuvor das Flachdach der Realschule Wilhelmsdorf ausgewählt worden.
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Am 9.12.2004 kamen zwei LKW mit Kranwagen und brachten die Metalltreppe, um künftig sicher auf das Dach der Realschule gelangen zu können. |
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Bereits am 16.12.2004 konnte der kreisförmige Sternwarten-Betonsockel auf das Flachdach gehievt werden. Die Versiegelung der neuen Dachhaut war nahezu abgeschlossen. |
Am Dienstag den 25.1.2005 vormittags um 9.30 Uhr traf der Montagetrupp von „Baader-Planetarium“ mit der zerlegten Sternwarten-Kuppel auf einem LKW vor der Schule ein. |
Überall lag Schnee während der Montagetrupp die Kuppel und die zylinderförmige Wand auf dem Vorplatz zusammenbaute. Am Mittwoch den 26.1.2005 erschien ein mächtiger Kran, dessen Hydrauliköl aber bei -9,9° C eingefroren war, so daß die Mannschaft rund zwei Stunden benötigte, den Kran wieder flott zu bekommen.
Nachdem er seine Beweglichkeit wieder gewonnen hatte, setzte der Kran die Stahlsäule für das Teleskop... |
...die vorgefertigte Zylinderwand... |
...und die Kuppel auf das Flachdach. |
In diesem Moment öffneten sich gegenüber im Neubau die gerade noch durch den fallenden Schnee sichtbaren Fenster und alle Schüler klatschten. Diesen bewegenden Augenblick haben neben den Schülern und Kollegen der Bürgermeister, die Schulleitung, der Architekt, der Hausmeister, ein Sicherheitsbeamter und die „Schwäbische Zeitung“ miterlebt.
Mit diesen Aktivitäten hatte die Schul-Sternwarte aber noch nicht ihre volle Funktionsfähigkeit erreicht. |
Die Montage der Schul-Sternwarte wurde mit verschiedenen Aufnahmemedien festgehalten. |
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von rechts nach links: Schulleiter des Gymnasiums Herr Baumann, Architekt Herr Groß, ein Sicherheitsbeamter und Hausmeister Herr Hierling. |
In den folgenden Tagen und Wochen wurden die elektrischen Anschlüsse, eine rote und eine weiß leuchtende Lampe installiert sowie ein kleiner Werkzeugschrank, eine Tür vor dem Aufgang der Stahltreppe verbunden mit einem Übersteigeschutz, ein Computeranschluß für den Laptop, ein frei schwingender Spanplattenboden, ein Türschloß, die Treppenbeleuchtung, die Betonplatten um die Sternwarte herum nebst einem Sicherheitsgeländer und eine Blitzschutzeinrichtung.
Am 4.3.2005 hat dann die Schulleitung des Gymnasiums höchstpersönlich den zwischengelagerten Tubus des Fernrohres aus dem Archivraum in die Sternwarte hinüber getragen. |
Die Zeit war einfach zu kurz, um sich kompetent in die Bedienungsanleitung des Teleskops einzuarbeiten, als die Schul-Sternwarte bereits am 10.3.2005 hohen Besuch vom Regierungspräsidium Tübingen mit seinem Präsidenten und leitenden Mitarbeitern erhielt. Der Präsident war jedoch sichtlich erfreut über diese neue, astronomische Einrichtung und ihre schulischen Umsetzungsmöglichkeiten.
Von diesem Zeitpunkt an wollten verständlicherweise plötzlich fast alle Schüler und viele Bürger der Gemeinde Wilhelmsdorf die Sternwarte besichtigen, aber der Verantwortliche mußte mit den Worten bremsen : „Bislang fuhr ich mit dem Fahrrad und nun soll ich gleich mit einem 'Rolls-Royce' losfahren, das geht nicht ! Ich benötige erst einmal Zeit, um mit der Mechanik, Optik und Elektronik der Schul-Sternwarte vertraut zu werden“. In diesem Sinne wurde er in den nächsten Monaten tatkräftig unterstützt von einem ehemaligen Schüler, welcher selbst bereits genügend Erfahrung mit einem größeren Spiegelteleskop auf einer Goto-Montierung mitbrachte. Am Sonntag den 13.3.2005 konnte gegen 21 Uhr erstmals der zunehmende Mond in fantastischer Abbildungsschärfe gesehen werden („first light“). Kurz darauf erfolgte am Montag den 21.3.2005 in der 6. Unterrichtsstunde im Bürgersaal der Gemeinde Wilhelmsdorf mit den Klassen 8 bis 13 eine kleine Einweihungsfeier für die Schul-Sternwarte, und als Krönung durfte schließlich am 28.4.2005 ein Scheck der Sparkasse in Höhe von 1 500,- Euro für die Anschaffung von Astronomie-Büchern für die Schüler-Bibliothek entgegen genommen werden.
Obwohl die unerwartet aufwendige Fein-Justierung des Teleskops nach Scheiner noch lange nicht abgeschlossen war, wurde dem Druck nachgegeben und am 26.4.2005 die erste Schülergruppe – zwei Physik-Kurse aus der Jahrgangstufe 13 – in die Schul-Sternwarte geführt, die für nur etwa 10 Personen Platz bietet. Damit war der Damm gebrochen und weitere Klassen und auch Bürger der Gemeinde Wilhelmsdorf folgten mit dem positiven Nebeneffekt, daß zusätzliche Erfahrungen gemacht wurden wie diejenige, die Handsteuerung nicht zu lange ungeschützt der Sonneneinstrahlung auszusetzen.
Das Bild der Sonne selbst mit ihren Sonnenflecken konnte erstmals am 8.6.2005 auf den Projektionstisch gezeichnet und für die Erstellung von Sonnennetzen ausgemessen werden. - Wegen gravierender Baumaßnahmen in den Schulgebäuden wurde Anfang August 2005 die elektrische Spannung auch zur Schul-Sternwarte abgeschaltet, was bis zum 17.9.2005 dauerte. Die erste Transitmessung der Sonne - das ist diejenige Zeit, welche die Sonne bei abgeschalteter Nachführung benötigt, um mit ihrem ganzen Durchmesser senkrecht über eine gerade Linie zu laufen – eine solche Messung konnte erstmals am 12.10.2005 durchgeführt werden.
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Um den Bildkontrast auf dem Projektionstisch zu verbessern und um bei der Tagesbeobachtung mit Schülern nicht unnötig der Sonnenstrahlung ausgesetzt zu sein, wurde eine runde Styroporscheibe von 1 m Durchmesser und 625 g Masse auf den Tubus des Refraktors gesteckt. |
Gegen Jahresende sah man immer deutlicher, daß ein kleiner, durch eine Schaltuhr gesteuerter Heizlüfter notwendig wurde, um Kondensation von Feuchtigkeit an der Elektronik, Optik und Mechanik zu verhindern. - Am 21.12.2005 hatte man endlich auch die Wendeltreppe als bisherigen Zugang zur Schul-Sternwarte abgebaut, weil sie eine Reihe unliebsamer Vorfälle ermöglichte. Seitdem gelangt man nur mit einem elektrischen Schlüssel-Schalter in die Sternwarte.
Am 24.3.2006 hielt Herr Reinhold Weber im neuen Physiksaal einen gut besuchten Vortrag mit dem Thema „Die Sonnenfinsternis vom 29.3.2006“, und genau fünf Tage später hatte Herr Uli Weidlich dann mit einer Webcam in der Schul-Sternwarte die partiell verfinsterte Sonne ins schulinterne Netz stellen können. Leider zogen Wolken auf, so daß diese partielle Sonnenfinsternis nicht in voller Länge zu beobachtet war. - Am 13.4.2006 wurden mit Herrn Ulrich Kerwien unter verschiedensten mechanischen Belastungen die Gleichgewichtslagen des Fernrohres bestimmt, und am 15.7.2006 war man mit den Justierungsarbeiten gerade soweit gekommen, daß vom Himmelspol bis zum Südhorizont alle gewünschten und angesteuerten Objekte im Gesichtsfeld des Teleskops im Innern eines Kreises von 30 Skalenteilen des Meßokulars lagen. Auf eine feinere Nachjustierung kann damit aber noch nicht verzichtet werden.
Im Gemeindeblatt von Wilhelmsdorf erschien ein Aufruf an alle Astronomie-Interessierte, sich am 27.10.2006 um 20.°° Uhr im Foyer des Gymnasiums einzufinden. Diesem Aufruf folgend hatte sich eine kleine Gruppe von fünf Personen zusammengefunden (Gründungsmitglieder : Sven Handlögten, Ulrich Kerwien, Jan van der Lip, Fabian Ribbehege und Reinhold Weber), die in einer Diskussion das weitere Vorgehen beschloß. So traf man sich am Donnerstag den 9.11.2006 um 19.°° Uhr im Physiksaal des Gymnasiums erstmals zu einer Besprechung, in der sich nach eingehender Beratung die Gruppe den Namen gab „Freundeskreis-Astronomie-Wilhelmsdorf“ (FAW) mit der Adresse des Gymnasiums Wilhelmsdorf. Dieser lockere Zusammenschluß des FAW (Mitgliedsbeiträge werden bis jetzt noch nicht erhoben) ist grundsätzlich für alle Astronomie-Interessierte offen, und man trifft sich immer am ersten Donnerstag eines neuen Monats um 19.°° Uhr im Physikraum des Gymnasiums - es sei denn, dieser Donnerstag fällt auf einen Feier- oder auf einen Ferientag. Diesbezüglich sollte man sich auf der von Herrn Sven Handlögten am 22.12.2006 eingerichteten Website „www.sternwarte-wilhelmdsorf.de“ nach dem Ausweichtermin erkundigen. - Alle drei Monate bekommt die Schulleitung des Gymnasiums zu ihrer Information einen Rechenschaftsbericht des FAW. - Da der FAW bei Sternwarten-Führungen gelegentlich auch Spenden erhält, hatte er am 14.11.2006 ein eigenes Konto „Freundeskreis-Astronomie-Wilhelmsdorf“ bei der Raiffeisenbank eröffnet (KtoNr.: 17 674 000; BLZ : 650 922 00), wobei die relativ geringen Kontobewegungen am Ende eines jeden Jahres von der Schulleitung des Gymnasiums überprüft werden. Weil der FAW aber kein eingetragener Verein mit starren Vereinsregeln ist, kann er auch keine Spendenbescheinigungen ausstellen, obwohl er im gemeinnützigen Sinne arbeitet und seine Dienste nicht nur dem Gymnasium sondern auch anderen Schulen und der Bevölkerung zur Verfügung stellt. - Schließlich erhielt der FAW aus einem Schüler-Wettbewerb hervorgegangen am 1.3.2007 ein eigenes Logo. In diesem Ideen-Wettbewerb hatte Sophie Seyfried den 1. Preis und Sabine Andresen den 2. Preis gewonnen (beide Schülerinnen kamen aus der Oberstufe des Gymnasiums).
Am 2.2.2007 wurde das Zeiss-Teleskop versuchsweise vorsichtig an den Laptop angeschlossen und mit ihm auch gesteuert, während erste Probeaufnahmen des Mondes mit einer Minolta-Kamera direkt durch das Teleskop dann am 23.2.2007 gelangen. Einige Tage später hatten Herr Kerwien und Herr van der Lip erfolgreich am 3.3.2007 die CCD-Kamera am Refraktor getestet.
Am 26.3.2007 hatte der FAW nach vielen Vorarbeiten die von Claudio Llosa (Jgst.12) mit seinem Computer gezeichneten, zwölf verschiedenen Sonnennetz-Schablonen auf dem gradierten Projektionstisch für die Sonne eingesetzt, womit sich die Koordinaten der Sonnenflecken leichter bestimmen lassen. Im Ablauf eines Jahres sind nämlich alle zwölf Schablonen notwendig, weil die Rotationsachsen von Erde und Sonne nicht parallel zueinander stehen sondern einen Winkel einschließen. |
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Am 18.5.2007 gelingen erste Okularprojektionsaufnahmen von Mond, Venus, Saturn und Jupiter, aber die Bilder sind im Sucher ziemlich dunkel. - Herr Pfaff („Schlosserei Strobel“ aus Zußdorf) montierte am 18.9.2007 dem FAW ein leicht an der Fernrohrsäule installierbares Edelstahl-Tischchen, das bei Bedarf den Laptop trägt. - Der FAW beteiligte sich erstmals am bundesweiten „Tag der Astronomie 2007“ (29.9.) und durfte etwa 50 Besucher in der Sternwarte begrüßen. - Im Rahmen „150 Jahre Gymnasium Wilhelmsdorf“ wurde zwischen dem 10.10. und 15.10.2007 das von allen getragene Schulprojekt „Schule als Staat“ verwirklicht, zu dem der FAW den Betrieb „Volkssternwarte“ im Staat „Gymnopolis“ angemeldet hatte. Die „Volkssternwarte“ konnte im genannten Zeitraum rund 100 Gäste begrüßen. -
Der 28.3.2008 erlaubte erstmals gute Beobachtungen von Sonnenflecken und Protuberanzen im Hα-Licht und einen Versuch, diese Beobachtungen zu photographieren. Am übernächsten Tag wurde das Blaze-Gitter visuell an Sirius ausprobiert, die Szintillation aber als sehr störend empfunden. - In der „Schwäbischen Zeitung“ erschien am 16.7.2008 ein kurzer Artikel von Herrn Oliver Noller über unsere Schul-Sternwarte.
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Am 30.8.2008 wurde die von 1991 rekonstruierte „lebende Sonnenuhr“ im Pausenhof des Gymnasiums nach längeren Arbeiten durch den FAW fertiggestellt. |
Am Donnerstag den 9.10.2008 begann ein vom FAW getragener Versuch „Astro-Juniorclub für Kinder“ zwischen dem 6. und 11. Lebensjahr, der von Frau und Herrn van der Lip mit dem Assistenten Tim Redlich aus der 7. Klasse geleitet wurde. Nach etwas mehr als einem halben Jahr mußte dieses Vorhaben aber wegen einer zu großen Alters-Spreizung abgebrochen werden. - Am 20.10.2008 war entschieden, daß aus verschiedenen Gründen eine Meteoriten-Kamera nicht auf das Flachdach neben die Schul-Sternwarte gestellt werden konnte.
Im Herbst 2008 hatte der FAW dann auf seinen regelmäßig stattfindenden Treffen beschlossen, die erste amateur-astronomische Gruppe in Libreville (Gabun / Afrika) NOMMO ASTRONMIA mit seinem Leiter Herrn Patrice Okouma mit einer „Fernrohr-Spende“ zum „Internationalen Jahr der Astronomie 2009“ zu unterstützen. Diese „Fernrohr-Spende“ wurde mit einer Zwischenfinanzierung noch vor Jahresende bei der Firma „nimax GmbH“ bzw. „astro-shop.de“ bestellt und nach Kontakten mit der Deutschen Botschaft in Libreville dann von Antwerpen aus per Schiff auf den Weg gebracht. Schon im November 2008 begann der FAW mit seiner Sammelaktion, wobei die SMV des Gymnasiums, der FAW und eine ganze Reihe Privatpersonen Spendenbeträge zur Verfügung stellten, und ein FAW-Mitglied auf dem Weihnachtsmarkt in Ravensburg sogar Faltschachteln für diese Spendenaktion verkaufte. Am 21.1.2009 entschied die Schüler-Mitverantwortung (SMV) des Gymnasiums, sich an den Kosten des „Spenden-Teleskops“ mit einem nicht unerheblichen Betrag zu beteiligen.
Zum „Internationalen Jahr der Astronomie 2009“ wurde von der Post eine Sondermarke herausgebracht „400 Jahre Kepler-Gesetze“, und ergänzend hierzu wurde im Geburtsort von Johannes Kepler in Weil der Stadt im Sitzungssaal des Rathauses eine Briefmarken - Ausstellung mit dem Thema „Johannes Kepler, die Astronomie und die Raumfahrt“ organisiert, an der sich der FAW mit 36 Blättern beteiligte. 12 Blätter standen unter dem Motto „Johannes Kepler – eine bewegende Persönlichkeit“ und 24 Blätter befaßten sich mit dem Thema „Nobelpreisträger der Physik – im Spiegel der Astronomie“. Diese Ausstellung war für das Publikum vom 21. März bis zum 1. Mai 2009 geöffnet und wurde täglich von bis zu einhundert Personen besucht.
Aus der deutschen Botschaft in Libreville erfuhr der FAW Ende April 2009 : „... In der Ladeliste war das Teleskop zwar aufgeführt, aber nirgendwo auffindbar. Daher haben wir beschlossen, zunächst auf den 2. Container zu warten, der zwar in Libreville eingetroffen ist, aber noch nicht an die Botschaft ausgeliefert werden konnte (die Zollformalitäten etc. benötigen hier etwas mehr Zeit).“ Nach einem lebhaften Schriftwechsel, der mittlerweile einen Leitzordner füllt, war dann Ende Mai 2009 klar, daß das „Spenden-Teleskop“ auf dem Weg von Deutschland nach Gabun an irgendeiner Stelle gestohlen worden war, wobei auch Nachforschungen erfolglos blieben. Da der Transport unter dem Signum der Deutschen Botschaft erfolgte, wurde leider auch unterlassen, die Sendung zu versichern. Nun gab es Traurigkeit auf allen Seiten und die Peinlichkeit vor allen Spendern, daß die Spende NOMMO ASTRONOMIA nicht erreichte. Fatalerweise hatten die Amateur-Astronomen in Gabun das zu erwartende Teleskop schon in ihre Aktivitäten zum „Internationalen Jahr der Astronomie 2009“ eingeplant. - Um die große, allseitige Enttäuschung zu neutralisieren, hatte der FAW Ende 2009 ein zweites „Spenden-Teleskop“ bei exakt gleicher Zusammenstellung an den Deutschen Botschafter aus Libreville in Deutschland geschickt, der es nach seinem Weihnachtsurlaub mit erheblichen Schwierigkeiten als „Handgepäck“ im Flugzeug nach Gabun beförderte.
Am Montag den 22.2.2010 fand nun endlich die Übergabe des „Spenden-Teleskops“ durch Herrn Botschafter Bernhard in der Deutschen Botschaft in Libreville statt nämlich an Herrn Patrice Okouma und Herrn Fernand Lepoko von NOMMO ASTRONOMIA. Gewiß wird es noch eine Weile dauern, bis man sich dort mit den Eigenschaften des Teleskops vertraut gemacht hat, ehe NOMMO ASTRONOMIA und der FAW daran denken können, bei geeigneter astronomischer Konstellation das gemeinsame Projekt der „Mond-Parallaxe“ zu verwirklichen. |
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Im Juni 2009 verließ das aktive Gründungsmitglied Sven Handlögten aus beruflichen Gründen Wilhelmsdorf. Seine zuverlässigen Dienste für die Website des FAW und die Spendenkasse gingen über an Herrn Gerold Strobel. Etwa zur gleichen Zeit konnte wegen bestandenen Abiturs ein weiteres Gründungsmitglied nämlich Fabian Ribbehege nicht mehr wie gewohnt an den Sitzungen des FAW teilnehmen. Bei beiden ruht nun die Mitgliedschaft im FAW.
Am 28.6.2009 traf sich der FAW um 9.°° Uhr vor der Realschule und fuhr gemeinsam nach Ravensburg in die Eissporthalle, wo die vom Planetarium Laupheim organisierte und beeindruckende „Astronomia-Ausstellung“ zum „Internationalen Jahr der Astronomie 2009“ stattfand. - Am 15.8.2009 feierte der FAW sein erstes „Sommerfest“. - Am 26.9.2009 wurde die exakte „Ost-West-Linie“ (mit einem Schatten-Pendel gewonnen) und die „Nord-Süd-Linie“ (mit einem Kreuz-Laser erhalten) unmittelbar vor der Schul-Sternwarte fertig gestellt. - Aus mehreren Meridiandurchgängen der Sonne zu verschiedenen Zeiten wurde am 1.11.2009 im Innern der Schul-Sternwarte die exakte Nordrichtung markiert.
Am 20.11.2009 wurde das Sternwarten-Protokoll Nr. 1 mit Seite 95 beendet (am 15.11.2005 begonnen; die rechten Seiten nehmen die Aktivitäten in der Sternwarte auf, und die linken Seiten sind für die Unterschriften der Besucher vorgesehen), und ein neues Sternwarten-Protokoll Nr. 2 wurde ausgelegt.
Am 26.1.2010 feierte die Schul-Sternwarte am Gymnasium Wilhelmsdorf ihren 5. Geburtstag. Mit der Eintragung der Besucher in das Protokoll wurde aber erst am 24.6.2006 begonnen. Wenn man die Schülerinnen, Schüler und Kollegen nicht mitzählt, hatte die Sternwarte bis zu diesem Datum rund 1 000 Besucher darunter : viele Ehemalige aus Realschule und Gymnasium, Besucher des „Straßenfestes Schulstraße“ und Bürger der Gemeinde Wilhelmsdorf, Grundschüler Kl. 4, Entlaß-Kindergarten-Kinder, ehemalige Kollegen des Gymnasiums, die Präsidentin des Oberschulamtes Tübingen, ein „Englisch-Volkshochschulkurs“, ein Arzt der Charité Berlin, die „Alphorn-Bläser-Gruppe“ von Wilhelmsdorf, unser Bürgermeister von Wilhelmsdorf Herr Dr. Gerstlauer mit seinem Gemeinderat, ein Musiker mit Familie der „Berliner Philharmoniker“, Besucher des Schulprojektes „Gymnopolis“, die „THW-Jugend Weingarten“, der CDU-Ortsverband Wilhelmsdorf und Ravensburg, eine ehemalige Gast-Schülerin des Gymnasiums aus Weißrußland mit ihrer Familie, eine Realschulklasse aus Ostrach, wiederholt Gäste der Schulvorstellung des Gymnasiums, die „Schwäbische Zeitung“, Besucher des „Tages der Astronomie“ der vergangenen Jahre, der Gründer von „Astronomie & Philatelie“ und Organisator von „wissenschaftsreisen.de“ und schließlich ein Besuch aus dem Humboldt-Gymnasium Konstanz. - Der jüngste Besucher der Schul-Sternwarte war zwei Jahre und 2 Monate alt und der älteste Besucher genau 90 Jahre. - Zum 5. Geburtstag der Sternwarte hatte der FAW genau 14 Mitglieder, und er wird hoffentlich weiter wachsen.
Regelmäßig wird die Sternwarte im Gymnasium genutzt : in der Oberstufe findet ganzjährig ein regulärer Astronomie-Kurs statt, in den Klassen 5 bis 8 werden alternierend im Rahmen des freien Kursangebots sechswöchige Phasen „Einführung in die Astronomie“, „die Zeit“, „Teleskope“ und „Sternbilder und Sternkarten“ vermittelt, und es gab bis zum Ende des Schuljahres 2009 / 2010 eine Astronomie-AG, die hoffentlich weitergeführt wird. - Erstmals konnten auch gegen Ende 2009 systematisch alle Schülerinnen und Schüler der siebenten Klassen der Realschule durch die Sternwarte geführt werden.
Am 13.3.2010 übergibt Herr Gerold Strobel die Betreuung der Website des FAW an das Gründungsmitglied Herrn Reinhold Weber. - Am 24.4.2010 sollte eigentlich der „Tag der Astronomie 2010“ stattfinden, jedoch wurde der FAW am 6.4.2010 von der Schulleitung des Gymnasiums darüber informiert, daß das Flachdach, auf dem die Sternwarte steht, nach 30 Jahren saniert und wärmeisoliert werden müsse, was den Zugang von Besuchern für etwa fünf Wochen unmöglich machen würde. - Gegen Ende dieses Bericht-Zeitraums erfährt der FAW, daß Herr Okouma demnächst eine Universität in Großbritannien (University of Sussex) und möglicherweise auch Wilhelmsdorf besuchen werde.
An dieser Stelle möchte der FAW Herrn Sven Handlögten und Herrn Gerold Strobel für Ihre aktive FAW-Mitarbeit herzlich danken.
(gez. : J. van der Lip 1.5.2010)




