ERDMOND & FINSTERNISSE
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Entstehung einer Sonnen-Mondfinsternis
Mondfinsternisse gehören zu den eindruckvollsten Naturschauspielen, die bereits die Aufmerksamkeit der ältesten Kulturen der Menschheit auf sich zogen. Doch wie kommt eine Mondfinsternis überhaupt zustande? Die Erde bewegt sich in einer Ebene um die Sonne, welche man Ekliptik nennt. Der Mond bewegt sich ebenfalls in einer Ebene, aber um die Erde! Beide Ebenen sind etwa um fünf Grad gegeneinander geneigt. Wenn der Mond in seiner Bahn die Ekliptik von Süd nach Nord durchschreitet, nennt man diesen Punkt den "aufsteigenden Knoten". Den gegenüberliegenden Schnittpunkt der Mondbahn mit der Ekliptik nennt man entsprechend den "absteigenden Knoten". Zu einer Sonnen- oder Mondfinsternis kann es nur kommen, wenn sich der Mond in oder in der unmittelbaren Nähe seines Bahnknotens befindet und sich außerdem Sonne und Erde auf der Verbindungslinie beider Mondknoten aufhalten. Stehen in dieser Weise Sonne, Erde und Mond "hintereinander", wird sich eine Mondfinsternis ereignen (siehe Punkt 1-4).
Dieses Bild wurde modifiziert auf Basis von Finsternis.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Ben-Zin.
Der Erdkernschatten hat einen Durchmesser von ca. 9.000 km, während der Monddurchmesser nur rund 3.400 km beträgt. Bei dieser Geometrie und den auftretenden Geschwindigkeiten kann eine Mondfinsternis bis zu zwei oder drei Stunden dauern. Unter günstigen Umständen nimmt der Mond dann während einer totalen Verfinsterung eine rötliche Färbung an, weil das von der Sonne kommende rote Licht in der Erdatmosphäre nur gering aus seiner Richtung in Richtung Mond abgelenkt wird, die blaue Komponente hingegen einer sehr starken Streuung unterliegt. Der Mond bewegt sich in ca. 28 Tagen einmal um die Erde und hat eine durchschnittliche Entfernung von 385.000 km. Für diese Strecke braucht das Licht ungefähr eine Sekunde. Dies ist in kosmischen Maßstäben sehr klein. Im Vgl. dazu benötigt das Licht 8,5 Minuten um von der Sonne zur Erde zu gelangen.
Finsternisse im Jahr 2011
Im Jahr 2011 ereignen sich weltweit sechs Finsternisse (vier partielle Sonnenfinsternisse und zwei
totale Mondfinsternisse).
| Finsternisart | Datum | Standpunkt Mitteleuropa |
|---|---|---|
Partielle Sonnenfinsternis |
4. Januar |
sichtbar (von Sonnenaufgang bis Mittag) |
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Partielle Sonnenfinsternis |
1./2. Juni |
nicht sichtbar |
Totale Mondfinsternis |
15./16. Juni |
sichtbar (Abendstunden) |
Partielle Sonnenfinsternis |
1. Juli |
nicht sichtbar |
Partielle Sonnenfinsternis |
25. November |
nicht sichtbar |
Totale Mondfinsternis |
10. Dezember |
sichtbar (Nachmittagstunden) |
Dienstag, 04.01.2011 Partielle Sonnenfinsternis
Von Mitteleuropa aus hätte man die partielle Sonnenfinsternis vom 4. Januar
nach Sonnenaufgang beobachten können, wenn sich die Sonne nicht hinter dicken Wolken versteckt hätte.
Mittwoch, 15.06.2011 Totale Mondfinsternis
Am 15. Juni 2011 war es wieder soweit. Eine Totale Mondfinsternis stand an. Der Mond ging in Wilhelmsdorf um 21:25 Uhr auf. Dabei war er bereits vollständig im Kernschatten
der Erde und somit "verdunkelt" bzw. rötlich. Leider verdunkelten viele Wolken den Blick auf den verdunkelten Mond. Erst um 22:41 Uhr konnte er kurz gesichtet werden.
Um 23:45 Uhr - und damit bereits fast am Ende der Mondfinsternis - ergaben sich doch noch größere Wolkenlücken.
Samstag, 10.12.2011 Totale Mondfinsternis
Die Totale Mondfinsternis kann in ihrer Schlussphase von uns aus beobachtet werden (der Mond geht eine dreiviertel Stunde nach Finsternismitte auf).
Finsternisse im Jahr 2010
| Finsternisart | Datum | Standpunkt Mitteleuropa |
|---|---|---|
Ringförmige Sonnenfinsternis |
15. Januar |
nicht sichtbar |
Partielle Mondfinsternis |
26. Juni |
nicht sichtbar |
Totale Sonnenfinsternis |
11. Juli |
nicht sichtbar |
Totale Mondfinsternis |
21. Dezember |
sichtbar |
Dienstag, 21.12.2010 -
Mondfinsternis
Diese Mondfinsternis fand in den Morgen- und Vormittagsstunden am Dienstag, 21. Dezember 2010 statt.
Der Beginn der Finsternis war von Mitteleuropa aus um 7:32 Uhr bemerkbar. Der Mond ging allerdings
z.B. für Stuttgart bereits um 8:19 Uhr unter, d.h. man konnte nur den Beginn der Finsternis beobachten.
Je nach geografischer Position konnte die Bewegung des Mondes in den Kernschatten der Erde mehr oder
minder lang verfolgt werden. In Amerika war der gesamte Verlauf der Finsternis sichtbar.
7:38 Uhr, Belichtung: 1/640s, ISO 1600, Blende 5.6, Brennweite 125mm, in Photoshop bearbeitet, Spiegelreflexkamera Canon EOS 350D, Blümetsweiler
Autor: R. Weber
7:40 Uhr, Belichtung: 1/160s, ISO 1600, Blende 5.6, Brennweite 87mm, in Photoshop bearbeitet, Spiegelreflexkamera Canon EOS 350D, Blümetsweiler
Autor: R. Weber
7:48 Uhr, Belichtung: 1/100s, ISO 1600, Blende 5.6, Brennweite 125mm, in Photoshop bearbeitet, Spiegelreflexkamera Canon EOS 350D, Blümetsweiler
Autor: R. Weber
Finsternisse im "Internationalen Jahr der Astronomie 2009"
Insgesamt ereigneten sich sechs Finsternisse im Jahre 2009, nämlich drei Halbschattenfinsternisse des Mondes, eine partielle Mondfinsternis sowie am
Erfahrene Mondbeobachter konnten die Halbschattenfinsternis des Mondes in der Nacht vom 5. auf 6. August andeutungsweise verfolgen. Lediglich eine geringe Helligkeitsabnahme des Südostquadranten der Mondscheibe lies sich beobachten.
Nur die partielle Mondfinsternis vom 31. Dezember war bei uns in den Abendstunden zu beobachten. Und diese Mondfinsternis war auch nicht sehr spektakulär: lediglich ein kleiner Teil (nur acht Prozent) der Südkalotte des Mondes wurde vom Kernschatten der Erde getroffen.
| Finsternisart | Datum | Standpunkt Mitteleuropa |
|---|---|---|
Ringförmige Sonnenfinsternis |
26. Januar |
nicht sichtbar |
Halbschattenfinsternis des Mondes |
9. Februar |
nicht sichtbar |
Halbschattenfinsternis des Mondes |
7. Juli |
nicht sichtbar |
Totale Sonnenfinsternis |
22. Juli |
nicht sichtbar |
Halbschattenfinsternis des Mondes |
6. August |
geringe Helligkeitsabnahme |
Partielle Mondfinsternis |
31. Dezember |
8 % sichtbar |
Finsternisse im Jahr 2008
Im Jahr 2008 fanden zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse statt. Von den vier Finsternissen waren drei von Mitteleuropa aus beobachtbar.
Die totale Mondfinsternis fand über Europa in den frühen Stunden des
21. Februar 2008 statt. Sie begann zwar um 01:34 Uhr, aber erst gegen 02:15 Uhr konnte man eine leichte Trübung der östlichen Mondpartie ausmachen. Erst ab 02:42 Uhr trat die Finsternis ein. Zwischen 04:00 Uhr und 04:51 Uhr war der gesamte Mond verdunkelt. Die Finsternis endete mit dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten um 06:08 Uhr. Das Finsternismaximum wurde um 04:25 Uhr erreicht. Der Vollmond stand wie auch schon im Vorjahr im Sternbild des Löwen.
Mondfinsternis 21. Februar 2008
4:00 Uhr, Belichtung: 2s, ASA 200, Blende 8, (einfache, ältere) Spiegelreflexkamera, in Wilhelmsdorf
Autor: R. Bauer
Die totale Sonnenfinsternis vom 01.08.2008 konnte in ihren partiellen Phasen von Mitteleuropa aus in den Vormittagsstunden gesehen werden. Allerdings wurden nur wenige Prozent der Sonnenoberfläche vom Mond bedeckt. Für die meisten Orte in Mitteleuropa begann die Sonnenfinsternis zwischen 9:35 Uhr MEZ und 10:05 Uhr MEZ. Die maximale Phase wurde gegen 10:30 Uhr MEZ erreicht. Leider war der Himmel in Süddeutschland bewölkt und es konnten keine Aufnahmen erstellt werden.
Die partielle Mondfinsternis im August 2008 fand in der ersten Hälfte der Nacht von Samstag, den 16. auf Sonntag, 17.08.2008 statt. Sie war in ihrer vollen Länge von Mitteleuropa aus beobachtbar. Zum Höhepunkt der Finsternis um 22:10 Uhr MEZ stand der Vollmond immerhin 81% seines scheinbaren Durchmessers tief im Kernschatten der Erde.
Partielle Mondfinsternis vom 16.08.08, Belichtungszeit: 1/8s, Kodak Easyshare M863
Autor: Tim Redlich
Finsternisse im Jahr 2007
Das Jahr 2007 war für uns Mitteleuropäer leider finsternisarm. Es
ereigneten sich weltweit zwei totale Mondfinsternisse und zwei partielle
Sonnenfinsternisse. Allerdings war in Mitteleuropa nur die Mondfinsternis im
März beobachtbar:
03. März 2007: die Wetteraussichten waren schlecht. Aber glücklicher Weise gaben die Wolken in einem schmalen Streifen im Westen von Deutschland die Sicht frei. Bis auf ein paar vorbeiziehende Wolkenschleier konnte man vom Beginn bis zur totalen Verfinsterung fast ungestört beobachten und fotografieren. Kurz vor Mitternacht war der Mond dann auch vollständig verfinstert. Ein paar selbst erstellte Aufnahmen soll die Faszination einer Mondfinsternis belegen...
Vollmond im Sternbild Löwe -ohne Sternbildlinien-
Canon EOS 350D mit Sigma 18-125mm Objektiv bei 18mm, f4.0, 10s, ISO 800

Vollmond im Sternbild Löwe -mit Sternbildlinien-
Canon EOS 350D mit Sigma 18-125mm Objektiv bei 18mm, f4.0, 10s, ISO 800

Vollmond im Sternbild Löwe
Canon EOS 350D mit Sigma 70-300mm Objektiv bei 70mm, f4.0, 3,2s, ISO 1600

verfinsterter Vollmond
Canon EOS 350D mit Sigma 70-300mm Objektiv bei 300mm, f5.6, 1,6s, ISO 400

verfinsterter Vollmond
Stimmungsvolle Aufnahme von Jan van der Lip durch den Refraktor der Sternwarte
fortgeschrittene Mondfinsternis
1:22 MEZ mit Handykamera (Nokia 6630) 1,23 Megapixel durch GALAXSTER GX150F750EQ D=150mm, F=750mm / Autor: F. Ribbehege